Am Freitag, 12. Dezember 2025, fand im Zentrum Ökumene der EKHN und der EKKW in Frankfurt ein Netzwerktreffen der IPK und der Internationalen Konvente statt. Auch der Internationale Konvent christlicher Gemeinden Rhein-Main nahm an diesem wichtigen Austausch teil.
Das Treffen brachte Vertreterinnen und Vertreter internationaler christlicher Gemeinden, der regionalen Konvente und kirchlicher Arbeitszusammenhänge zusammen. Im Mittelpunkt standen die Frage nach der weiteren Entwicklung der IPK, die Rolle der Konvente im Zusammenspiel mit kirchlichen Strukturen sowie die Suche nach gemeinsamen Themen und konkreten Formen der Zusammenarbeit.


Ein konstruktiver und offener Austausch
Das Netzwerktreffen war geprägt von einem sehr offenen und konstruktiven Miteinander. In den Gesprächen wurde deutlich, dass viele internationale Gemeinden und Konvente ähnliche Fragen bewegen: Wie können ihre Anliegen sichtbarer werden? Wie kann ihre Stimme in Kirche und Öffentlichkeit besser zur Geltung kommen? Und wie lassen sich Zusammenarbeit, Vertretung und Vernetzung so gestalten, dass sie nicht nur formal bestehen, sondern tatsächlich wirksam werden?
In seiner anschließenden Nachricht dankte Oberkirchenrat Dr. Andreas Herrmann allen Teilnehmenden ausdrücklich für das konstruktive Miteinander, für die kritischen Rückfragen und für das gemeinsame Nachdenken über die weitere Entwicklung der IPK. Gerade diese Kombination aus Wertschätzung, Offenheit und ehrlicher Diskussion machte das Treffen für viele Beteiligte besonders wertvoll.
Zentrale Themen der Gruppenarbeit
In den Gruppenarbeiten und im Plenum wurden verschiedene Fragen gesammelt und vertieft. Dabei ging es unter anderem um folgende Themen:
- die stärkere Thematisierung der Arbeit der IPK in den Konventen,
- ein gemeinsames Verständnis der Rolle und des Selbstverständnisses der IPK,
- die Frage, wie Interessen internationaler Gemeinden angemessen vertreten werden können,
- die konkrete Bedeutung von „Repräsentanz“,
- die Suche nach gemeinsamen Themen und gemeinsamen Interessen,
- die Kommunikation zwischen den regionalen Konventen,
- sowie die Rolle der IPK im Gegenüber zur EKD und zu anderen kirchlichen Ebenen.
Ein wichtiger Gedanke war dabei, dass die IPK nicht nur als zusätzliche Struktur verstanden werden sollte, sondern als ein Netzwerk, das Beziehungen stärkt, Themen bündelt und Austausch ermöglicht. Mehrfach wurde betont, dass die Legitimation der IPK wesentlich daraus erwächst, dass sie in enger Verbindung zu den Internationalen Konventen steht und deren Perspektiven aufnimmt.
Sichtbarkeit, Zusammenarbeit und Interessenvertretung
Ein zentrales Anliegen war die Sichtbarkeit internationaler Gemeinden gegenüber EKD und Öffentlichkeit. Internationale Gemeinden prägen das kirchliche Leben in Deutschland seit vielen Jahren mit. Ihre Erfahrungen, ihre Spiritualität, ihre Mehrsprachigkeit und ihre gesellschaftlichen Perspektiven sind ein wichtiger Teil gelebter Kirche. Umso wichtiger ist es, dass diese Realität nicht nur wahrgenommen, sondern auch strukturell ernst genommen wird.

In den Diskussionen wurde deutlich, dass die IPK dabei eine wichtige Rolle spielen kann: als Ort des Erfahrungsaustauschs, als Raum zur Entwicklung gemeinsamer Positionen und als Stimme, die Anliegen internationaler Gemeinden bündelt und weiterträgt. Gleichzeitig wurde auch kritisch gefragt, wie Repräsentanz konkret ausgestaltet sein muss, damit sie nicht nur formal, sondern auch glaubwürdig und verbindlich ist.
Die IPK in einer Phase der Weiterentwicklung
Mehrere Beiträge beschrieben die IPK als ein Netzwerk in einer Phase der Weiterentwicklung oder Transition. Dabei wurden verschiedene Perspektiven benannt:
Erstens braucht es eine stärkere Sichtbarkeit und Präsenz nach außen und nach innen. Zweitens ist es wichtig, Menschen zu finden, die bereit sind, sich aktiv einzubringen und Verantwortung mitzutragen. Drittens wurde die stärkere Präsenz der IPK in den Konventen angeregt. Viertens wurde betont, dass Diskussionen über die Zukunft der IPK möglichst gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Konvente geführt werden sollten.
Auch praktische Fragen kamen zur Sprache, etwa Kooperationen mit anderen Netzwerken, Präsenz bei kirchlichen Großveranstaltungen, die Nutzung sozialer Netzwerke oder die Möglichkeit gemeinsamer Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit. Zugleich wurden Herausforderungen benannt, etwa unterschiedliche Erwartungen, verschiedene kirchliche Prägungen und theologische Differenzen. Diese Unterschiede wurden jedoch nicht als Hindernis, sondern als Teil eines gemeinsamen Lernprozesses verstanden.
Vernetzung braucht Vertrauen und Zustimmung
Ein weiterer wichtiger Punkt des Treffens betraf die Vernetzung unter den Internationalen Konventen. Im Nachgang stellte sich die Frage, ob die bei der EKD vorliegende Zusammenstellung der Kontaktdaten der Konvente an alle Vertreterinnen und Vertreter der Konvente weitergeleitet werden darf, um die direkte Vernetzung untereinander zu erleichtern.
Dafür wurde um ein kurzes Zeichen der Zustimmung aller Beteiligten gebeten. Diese Anfrage macht deutlich, dass Vernetzung nicht nur organisatorisch gedacht wird, sondern auf einer vertrauensvollen und transparenten Grundlage geschehen soll. Gerade darin liegt eine wichtige Voraussetzung für künftige Zusammenarbeit.
Ergebnisse und Vereinbarungen
Für den Internationalen Konvent christlicher Gemeinden Rhein-Main war besonders ermutigend, dass viele Fragen, die uns auch in unserer Region beschäftigen, in ähnlicher Weise an anderen Orten gestellt werden. Dazu gehören etwa die Themen Teilhabe, Sichtbarkeit, Vertretung, Kooperation und die Suche nach tragfähigen Formen gemeinsamer Verantwortung in einer vielfältigen Kirche.
Bedeutung für den Internationalen Konvent christlicher Gemeinden Rhein-Main
Die Teilnahme an diesem Netzwerktreffen war für unseren Konvent von großer Bedeutung. Sie hat gezeigt, dass internationale christliche Gemeinden in Deutschland nicht isoliert unterwegs sind, sondern Teil eines größeren Zusammenhangs. Der Austausch mit anderen Konventen und kirchlichen Akteurinnen und Akteuren eröffnet neue Perspektiven und stärkt die gemeinsame Orientierung.
Als Internationaler Konvent christlicher Gemeinden Rhein-Main nehmen wir aus diesem Treffen wichtige Impulse mit: die Vertiefung des Austauschs mit anderen Konventen, die Unterstützung einer tragfähigen Weiterentwicklung der IPK, die Klärung gemeinsamer Anliegen sowie die Stärkung der Sichtbarkeit internationaler Gemeinden in Kirche und Gesellschaft.
Gerade im Rhein-Main-Gebiet erleben wir, wie vielfältig, international und ökumenisch kirchliches Leben heute ist. Diese Vielfalt ist keine Randerscheinung, sondern Ausdruck der weltweiten Kirche vor Ort. Umso wichtiger ist es, dass internationale Gemeinden nicht nur mitgedacht, sondern als aktive Mitgestalterinnen kirchlichen Lebens wahrgenommen werden.
Ausblick
Ein weiterer wichtiger Termin steht bereits fest: Die IPK-Jahrestagung wird am 12. und 13. März 2026 in Hannover stattfinden. Sie wird eine weitere Gelegenheit bieten, die beim Netzwerktreffen in Frankfurt aufgenommenen Fragen zu vertiefen und den begonnenen Prozess gemeinsam weiterzuführen.
Wir danken dem Zentrum Ökumene der EKHN und der EKKW sowie allen Beteiligten für die Einladung, die Gastfreundschaft und den offenen Austausch. Das Netzwerktreffen in Frankfurt hat deutlich gemacht, wie wertvoll Begegnung, gegenseitiges Zuhören und gemeinsame Verständigung für die Zukunft internationaler kirchlicher Netzwerke sind.








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